15. März 2026

Eltern am Spielfeldrand: Zwischen Fankurve und Fehlpass

Kinderfußball ist weit mehr als nur ein Spiel – es ist ein Lernfeld für das Leben

Während die Kids dem Ball nachjagen, nehmen Eltern eine entscheidende Doppelrolle ein. Doch wo endet die gesunde Unterstützung und wo beginnt der Stress für das Kind?

Eltern erfüllen im Kinderfussball sehr wichtige Aufgaben, die dem Kind sehr helfen können sich altersgerecht zu entwickeln.

  • Der „Termin- und Logistik-Manager“
    Pünktliches Erscheinen zum Training und zu den Spielen sichert den reibungslosen Ablauf für das Team. Rechtzeitiges Zu- oder Absagen sind hilfreich.
  • Der „emotionale Anker“
    Kinder brauchen immer Rückhalt, egal ob sie gewonnen oder verloren haben. Die Freude an der Bewegung und dem gemeinsamen Spielen sollte immer im Vordergrund stehen.
  • Werte vermitteln
    Eltern sind Vorbilder in Sachen Fairplay – gegenüber dem eigenen Kind, den Mitspielern, dem Gegner und den Schiedsrichtern. Das gilt für das Verhalten und die Kommunikation. Kinder sehen und hören alles und das Verahlten der Eltern wird noch nicht hinterfragt, sondern akzeptiert und imitiert.
  • Entlastung des Ehrenamts
    Ob Trikots waschen, Fahrdienste oder der Verkauf von Kuchen – ohne die Mithilfe der Eltern funktioniert kein Verein. Wer gerne mehr machen möchte, wird sicher auf offene Ohren stoßen.

Wenn Ehrgeiz den Spaß bremst
Oft meinen Eltern es gut, bewirken aber das Gegenteil. Diese Verhalten sollten Eltern vermeiden:

  1. Reinrufen ins Spiel 
    „Schieß doch!“ oder „Pass“ überfordert die Kinder. Sie stehen im Spiel ohnehin unter Stress und dnehmen das Spiel anders war als Erwachsene. Wenn sie dann noch gleichzeitig auf den Trainer und die Eltern hören sollen, geht ihr eigener Flow verloren, da sie dann zwar versuchen zu "gehorchen" aber es ohne Überzeugung oder aus der eigenen Wahnehmung und Entscheidung heraus machen.
  2. Ergebnisdruck statt Spaß
    Wer nach dem Spiel zuerst fragt „Hast du ein Tor geschossen?“, signalisiert dem Kind, dass nur messbare Leistung zählt. Besser wäre „Hattest du Spaß?“ oder "Wie war euer Spiel heute?". Handlungs- und erlebnisorientierte Fragen sind besser geeignet.
  3. Kritik an Schiedsrichtern oder Trainern
    Öffentliches Meckern untergräbt die Autorität der Verantwortlichen und vermittelt dem Kind ein falsches Bild von Respekt. Zusätzlich entstehen daraus weitere Konflikte, die nichts mit dem Spiel zu tun haben und allen schaden. Wertschätzung und Lob tut nicht nur den Kindern gut, sondern auch Erwachsenen.
  4. Die „Auto-Analyse“
    Die Heimfahrt ist der falsche Ort für eine taktische Manöverkritik. Das Kind muss das körperlich und mental anstrenge Spiel und seine ersten Reaktionen erst einmal selbst verarbeiten. Nach einer Pause können dann gezielt Fragen gestellt werden, um die Reflektion des Kindes zu aktivieren.

Fazit: Seien Sie der größte Fan Ihres Kindes, aber bleiben Sie entspannt. Der Platz gehört den Kindern, die Seitenlinie den Eltern und das Coaching dem Trainer.

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